Fahrverbot Einspruch – Was dann?

Im Falle eines Fahrverbots haben Sie entweder die Möglichkeit, Ihre Strafe sofort anzutreten oder gegen das Fahrverbot Einspruch einzulegen. Da ein solches Urteil den Betroffenen normalerweise zum Umdenken bewegen soll, lohnt sich letzteres nur in bestimmten Fällen.

Fahrverbot in eine höhere Geldstrafe umwandeln

Als Betroffener sollten Sie einige Umstände berücksichtigen, die Ihre Chance auf einen erfolgversprechenden Einspruch sinken lassen: Wenn Sie in den vergangenen zwei Jahren schon einmal ein Fahrverbot erhalten haben, sind Sie ein Wiederholungstäter und müssen Ihre Strafe sofort antreten. Haben Sie den Verstoß unter Alkohol- oder Drogenkonsum begangen oder währenddessen einen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet, gibt es keine Möglichkeit, Ihr Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umzuwandeln.

Treffen diese Umstände nicht auf Sie zu, kommen Ihnen folgende Argumente vor Gericht zugute:

• Unzumutbare Härte: Sie müssen beweisen, dass Sie durch das Fahrverbot schwerwiegende berufliche oder private Probleme bekommen. Entweder verlieren Sie dadurch Ihren Job oder können sich beispielsweise nicht mehr um ein pflegebedürftiges Familienmitglied kümmern, das auf Ihre alleinige Hilfe angewiesen ist.

• Augenblickversagen: Liegt kein grober Verstoß vor, bezieht sich die Argumentation darauf, dass jedem Autofahrer mal ein Fehler passieren kann und das Vergehen das Ergebnis eines unachtsamen Moments ist. Ein Beispiel dafür ist die mangelnde Ortskenntnis des Autofahrers, wenn ein Verkehrsschild missachtet wurde.

• Mitzieheffekt: Wurde Ihnen das Fahrverbot infolge eines Rotlichtverstoßes auferlegt, ist Ihr Ausgangspunkt folgender: Sie haben zunächst ordnungsgemäß vor einer roten Ampel gewartet. Da es sich allerdings um eine mehrspurige Straße mit verschiedenen Ampelschaltungen handelt, sind Sie ebenfalls losgefahren, als sich die Autofahrer neben Ihrer Spur in Bewegung gesetzt haben, obwohl Ihre Ampel noch rot aufgeleuchtet hat. Sie haben sich also von den anderen „mitziehen“ lassen.

Gegen ein Fahrverbot Einspruch einzulegen, ist immer ein komplizierter Sachverhalt. Daher ist es empfehlenswert, sich Hilfe bei einem Anwalt für Verkehrsrecht zu holen.