Schritt für Schritt ein Buch binden

Obwohl es inzwischen ein vollständig automatisierter Prozess ist, ein Buch binden zu lassen, gibt es noch einige handwerkliche Betriebe, die noch die Handbuchbinderei ausüben. Im industriellen Bereich sind die grundlegenden Prozesse zwar nach wie vor ähnlich, doch die Durchführung unterscheidet sich maßgeblich vom ursprünglichen Handwerk. Damit Sie eine kleine Vorstellung davon bekommen, was für ein Aufwand es früher war, ein Buch binden zu lassen, finden Sie hier eine kleine Übersicht über den Ablauf.

Der erste Schritt in der modernen Buchbinderei ist das Falzen der Bögen mit einem Falzbein, was meist Lehrlinge durchführen, da es eine recht einfache Arbeit ist. Anschließend werden die gefalteten Bögen mittels einer Walze oder Presse geglättet. Damit der Buchblock gebildet werden kann, müssen die Bögen zunächst vorgerichtet und mit den Vorsätzen, auf die die Buchdeckel geklebt werden, verbunden werden. Mit einem Heftfaden, der inzwischen aber eher der Klebebindung gewichen ist, werden die einzelnen Schichten zu einem Buchblock zusammengefügt.

Buch binden: Den Buchblock bearbeiten

Danach führt man die eigentliche Buchblockbearbeitung durch. Damit keine Seite verrutscht und alle mit dem Buchrücken verbunden sind, wird der Buchrücken zunächst abgeleimt, was heutzutage hauptsächlich mit Dispersions- oder Heißschmelzkleber gemacht wird. Sobald der Kleber trocken ist, wird das Buch auf seine endgültige Form und Größe zurechtgeschnitten. Damit das Buch seine typische, abgerundete Form erhält, wird der Buchblock mit einem Hammer oder einer Maschine in die gewünschte Form geschlagen.

Wenn das Buch besonders werden soll, können die Seiten der Bücher beliebig verziert werden – das wird heutzutage jedoch nur noch selten gemacht. Danach kann auch schon die Buchdecke befestigt werden, was je nach Art des Einbandes unterschiedlich erfolgt. Um dem Buch den letzten Schliff zu geben, können nun auch die Einbände verziert werden.

Diese aufwendige Form der Buchbinderei ist inzwischen nur noch selten anzutreffen, da sie teurer und komplexer als das industrielle Buchbinden ist. Meist werden nur noch besondere Einzelstücke oder Kunstbände mit der Hand gefertigt.